Den Anfang der Billig-Mobilfunkanbieter in Österreich macht der Betreiber tele.ring. Dahinter versteckt sich eine äußerst interessante Unternehmensgeschichte mit vielen Übernahmen und einigen Wendungen. Inzwischen ist das Unternehmen dem zweitgrößten Mobilfunkunternehmen in Österreich angehörig, nämlich T-Mobile. 2006 wurde tele.ring übernommen. Das Ziel war klar. Das Unternehmen tele.ring sollte weiterhin als Marke Bestand haben und dafür sorgen, dass der Kundenstamm von T-Mobile Austria erweitert werden kann. Vor allem das junge und entscheidungsfreudige Publikum sollte angelockt werden.

Die Geschichte von tele.ring

Die Wurzeln sind auf das Jahr 1997 zurückzuführen. Die ÖBB, eine Stadtwerkeholding sowie ein Verbund von Stromkonzernen gründeten in diesem Jahr den Festnetz- und Internetanbieter. Ein Jahr darauf stieg das Unternehmen Mannesmann Mobilfunk mit ein. Der Hintergrund dafür war relativ klar. Mannesmann wollte mit Erwerb der Mobilfunklizenz den deutschen Kunden ein eigenes Netz im Nachbarland bieten können. Das Ziel war sogar weitaus größer. Das Unternehmen wollte in Mitteleuropa mit Deutschland, Österreich, Italien und Ungarn ein einheitliches Netz schaffen. Inzwischen war Mannesmann pleite und wurde von Vodafone aufgekauft. Allerdings passte tele.ring nicht in das Portfolio von Vodafone, da dieses Unternehmen stets anstrebt, der größte oder zweitgrößte Mobilfunkbetreiber in einem Land zu sein. Für einen symbolischen Wert von zehn Euro wurde das Unternehmen im Jahre 2001 an Western Wireless verkauft. Auch die UMTS-Lizenz wurde transferiert. Nachdem jedoch Western Wireless 2005 von Alltel aufgekauft wurde, wurde beschlossen, dass tele.ring verkauft werden soll. Der glückliche Sieger war T-Mobile Austria.

Der Verkauf an T-Mobile Austria

Doch dieses Unterfangen ging keinesfalls einfach über die Bühne. Zum damaligen Zeitpunkt hatte das EU Kartellamt große Bedenken, ob die Übernahme für eine Monopolstellung sorgen könnte. Eine lange und äußerst zähe Verhandlung wurde geführt. Die Europäische Kommission genehmigte den Verkauf. Am 26. April 2006 wurden 1,3 Milliarden Euro aufgewendet, um tele.ring übernehmen zu können. Allerdings mussten einige Sendemasten und UMTS-Frequenzen an die Konkurrenzen 3 und Orange verkauft werden. Zum Zeitpunkt der Übernahme verfügte tele.ring über einen Marktanteil von fast zwölf Prozent.

Die Marketingstrategie als Schlüssel

Der Erfolg von tele.ring lässt sich relativ einfach aufschlüsseln. Die äußerst aggressive Preispolitik und eine ebenso rabiate Werbestrategie sorgten für einen relativ großen Erfolg. Das Mobilfunkunternehmen tele.ring sorgte jedoch auch für Trends. Beispielweise der Preis von einem Cent für netzinterne Anrufe. Zum damaligen Zeitpunkt war es ein Novum, dass ein Telefongespräch von Handy zu Handy billiger ist als ein Telefonat von Handy zu Festnetz. Sprüche wie „Weg mit dem Speck“ sind wohlbekannt und haben sich in die Köpfe der Verbraucher eingebrannt. Ganz ohne Kritik kam das Unternehmen jedoch nicht weg. Die Geizgesellschaft war geboren, natürlich auf Kosten von Arbeitsplätzen und einem guten Service.

Die Konkurrenz

Der Mobilfunkanbieter tele.ring war in Österreich gewiss der erste Billig-Mobilfunkanbieter und setzte dahingehend Maßstäbe. Inzwischen ist jedoch einige Konkurrenz vorhanden. Auch andere große Mobilfunkanbieter, wie A1, haben die Zeichen der Zeit erkannt und kämpfen um den Billigsektor. Große Konkurrenten sind dahingehend yesss oder bob, die inzwischen beiden zur A1 Telekom Austria gehören. Bedingt durch den starken Konkurrenzkampf wird stetig die Produktpalette erweitert, sodass inzwischen sogar Smartphone taugliche Tarife abgeschlossen werden können.

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